Eine Drohne fliegt durch die Natur

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Unbemannte Luftfahrt

Anwendungsbeispiele

Drohnen verfügen über das Potenzial, das Leben von Menschen zu erleichtern und einen handfesten Nutzen für die Anwender und die Allgemeinheit zu schaffen. Viele Projekte im Bereich der unbemannten Luftfahrt werden aktuell vorbereitet, befinden sich bereits in der Umsetzung oder sind schon beendet worden und haben nützliche Erkenntnisse für zukünftige Entwicklungen geliefert. Die folgenden Beispiele stellen eine kleine Auswahl aus der Masse der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten dar und sollen die Variabilität und Vielfalt von Drohnentechnik aufzeigen, die bspw. in der Landwirtschaft, der Medizin oder auch für Film- und Fotoaufnahmen zum Einsatz kommt.

Drohnen in der Medizin

Im Zuge medizinischer Eingriffe, wie beispielsweise der Entfernung von Tumoren, werden Patienten Gewebeproben entnommen, sogenannte Schnellschnitte. Diese müssen durch ein pathologisches Labor untersucht werden - und das noch während der Operation. Dafür werden in der Regel mehrere Schnellschnitte entnommen, einzeln verpackt und zur Befundung in die Pathologie gebracht. Über eine solche Pathologie verfügen jedoch nicht alle Krankenhäuser. Bei einem Projekt, bei dem die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Stadt Hamburg, das Bundeswehrkrankenhaus und die Kath. Marienkrankenhaus gGmbH, die Lufthansa Technik AG, die KMUs ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH und GLVI Gesellschaft für Luftverkehrsinformatik mbH sowie die FlyNex GmbH zusammengearbeitet haben, konnten durch die Verwendung von Drohnen Proben auf dem Luftweg zum Labor transportiert und so die Wegezeiten deutlich verkürzt werden.

Drohnen in der Landwirtschaft

Immer wieder kommen in Deutschland Rehkitze durch den Einsatz von landwirtschaftlichen Mähmaschinen ums Leben. Da klassische Schutzmaßnahmen, wie das Abgehen der Wiese vor dem Mähen, zeit- und personalintensiv sind, wird die Rettung der Kitze zunehmend mithilfe von Drohnen umgesetzt. Anfang 2019 haben beispielsweise die Rehrettung Hegau-Bodensee e. V. und die Landesjagdschule Dornsberg in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungspartner nicopter GmbH begonnen, interessierte Rehretter und Jäger systematisch und regelmäßig in Drohnen-Workshops auszubilden. Darüber hinaus können mit Hilfe von Drohnen Felder hinsichtlich ihrer Nährstoff- und Wasserversorgung kontrolliert sowie auch aus der Luft mit Nährstoffen versorgt werden.

Drohnen in der Vermessungstechnik

Die Vermessung aus der Luft mittels Photogrammetrie oder Laserscanner ermöglicht eine zentimetergenaue Aufnahme und Modellierung größerer Flächen und Gebäude in kurzer Zeit. Die Daten werden anschließend für maßstabsgerechte Lagepläne und Geländemodelle, für Massenberechnung oder für 3D-Modelle verwendet. Neben der Kosten- und Zeitersparnis erhöht der Einsatz von Drohnen die Sicherheit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unbeteiligte, da die zu inspizierenden Flächen und Objekte nicht mehr betreten werden müssen. So können beispielsweise Autobahnen und Bahnstrecken sicher aus der Luft vermessen werden, ohne dass diese gesperrt werden müssen – was wiederum die Stau- und Unfallgefahr für die Verkehrsteilnehmenden reduziert, aber auch die Sicherheit für Vermessenden erhöht. Entsprechende Verfahren werden beispielsweise bereits von der STRABAG AG genutzt.

Drohnen zur Wettervorhersage

In Deutschland treten extreme Wetterereignisse mit oftmals verheerenden Folgen auf. Meist treten diese Unwetter für die Bevölkerung überraschend auf, da existierende Wettermodelle aufgrund fehlender Messdaten nicht verlässlich Phänomene wie Nebel und Gewitter exakt vorhersagen können. Die Ursachen dafür liegen zum einen darin, dass diese Wetterphänomene in hohem Maße von lokalen Gegebenheiten geprägt sind, und zum anderen, dass gerade in den unteren Luftschichten (bis ca. 3 km Höhe) wenig bis keine Wetterdaten erhoben werden. Einen Lösungsansatz zu diesem Problem entwickelte Meteomatics-Gründer Dr. Martin Fengler, während er seinem Hobby, der Fliegerei, nachging. Häufig wusste er am Morgen nicht, ob die Wetterbedingungen es ihm erlauben würden, am Nachmittag zu fliegen. Wegen der schlechten Nebelprognosen entstand so die Idee zur Meteodrone, wie die Wetterdrohne von Meteomatics genannt wird. Diese Drohne ist für Flüge außerhalb der Sichtweite und bis zu einer Höhe von 3.000 Metern zugelassen.

Eine ausführliche Darstellung dieser und vieler weiterer Anwendungsbeispiele finden Sie in der Broschüre „… mit Drohnen. Unbemanntes Fliegen im Dienst von Mensch, Natur und Gesellschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Außerdem finden Sie hier eine Übersicht aller Projekte, die das Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Bereich Drohnen fördert und gefördert hat.

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